Wie schütze ich die Urheberrechte an meinen Werken?

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Diese Frage wird uns immer wieder gestellt. Und auch in Internet-Foren wimmelt es von unklaren oder schlichtweg falschen Aussagen zum Schutz der eigenen Werke. So kursieren z.B. Gerüchte, dass nur die GEMA oder ein Rechtsanwalt die eigenen Urheberrechte schützen kann. Deshalb möchten wir mit diesem Beitrag endlich Klarheit über den Schutz von Urheberrechten an musikalischen Werken schaffen.

Um die Antwort gleich vorweg zunehmen: Das Urheberrecht schützt Deine musikalischen Werke bereits im Moment ihrer Entstehung. Rechtsgrundlage dafür ist das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz, kurz UrhG). Voraussetzung für die Anwendung des Urheberrechtsgesetzes ist, dass es sich bei dem Werk um eine persönliche geistige Schöpfung mit einer bestimmten Gestaltungshöhe handelt. Urheber können nur natürliche Personen sein. Bei musikalischen Werken sind das Komponist und Texter des Musikstückes.

Der Urheber kann frei und ausschließlich über die Nutzungsrechte an seinem Werk verfügen und selbst entscheiden, ob sein Werk veröffentlicht werden soll und unter welchem Namen. Es ist auch möglich Werke anonym oder unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, was allerdings eingeschränkte Verwertungsmöglichkeiten zufolge haben kann. In Deutschland ist das Urheberrecht nicht übertragbar (einzige Ausnahme: Erbfolge) und bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers gültig.

Weder die GEMA noch Rechtsanwälte oder Plattenfirmen schützen also die Urheberrechte an Deinen Werken, sondern das Gesetz.

Wie belege ich meine eigenen Urheberrechte?

Das grundsätzliche Problem von Textern und Komponisten liegt darin, den Anspruch auf die eigenen Urheberrechte nachzuweisen. Denn in den meisten Fällen geht es um die Frage: Wer hat das Werk zuerst geschaffen? In solchen Streitfällen zählt nicht wer Recht hat, sondern nur was bewiesen werden kann. Insofern benötigt der Urheber einen Zeugen oder ein Beweismittel. Da Zeugen aber vergesslich sein oder als parteiisch wahrgenommen werden können, ist es am besten ein schriftliches Beweisstück zu haben.

Eine gängige Möglichkeit den Anspruch auf eigene Urheberrechte nachweisen zu können, ist einem Anwalt oder Notar nach vorheriger Absprache die Kopie eines Tonträgers und gegebenenfalls des ausgedruckten Songtextes oder Notenblattes zuzuschicken. Dieser Briefumschlag wird dann gegen eine Gebühr ungeöffnet verwahrt. Der Poststempel darauf dient im Streitfall als Datumsbeleg.

Eine weitere Möglichkeit ist die offizielle Veröffentlichung des Werkes. Denn so können das beteiligte Label, der Verlag, Musikvertrieb oder sogar Handel im Zweifelsfall das Bestehen des Werkes zum Veröffentlichungsdatum bestätigen.

Ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt muss im Einzelfall immer vor Gericht entschieden werden. Ausschlaggebend ist, inwieweit die Erkennungsmerkmale von Text oder Melodie übereinstimmen und wer der tatsächliche Urheber ist. Liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, so besteht Anspruch auf Auskunft, Unterlassung, Schadensersatz und Herausgabe des Gewinns.

Weitere Infos:
Deutsches Urheberrecht auf Wikipedia

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