Remix, Sample, Cover: Welche Rechte müssen eingeholt werden?

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Wird ein Musikstück neu aufgenommen, verändert oder bearbeitet, stellt sich für Musiker und Produzenten häufig die Frage, wessen Rechte dadurch betroffen sind. Denn davon hängt ab, bei wem die entsprechenden Nutzungsgenehmigungen eingeholt werden müssen. Bei den verschiedenen Rechtsinhabern und Nutzungsarten ist eine einfache Antwort oft nur schwer zu finden. Wir nehmen das als Anlass um aufzuklären, was beim Musikvertrieb bezüglich Remix, Samples und Cover-Versionen zu beachten ist.

Remix – Die Veränderung eines Werkes

Bei einem Remix werden vorhanden Tonspuren eines Musikstückes neu bearbeitet, abgemischt und oft auch durch andere Aufnahmen ergänzt. So entsteht eine neue Version des Original-Werkes. Da es sich bei einem Remix immer um eine Bearbeitung und Nutzung von Tonaufnahmen handelt, sind sowohl die Rechte der Urheber (Texter und Komponisten) als auch die Masterrechte betroffen. Somit muss vor der Veröffentlichung eines Remixes die Nutzungsgenehmigung der Urheber bzw. des Musikverlags und des Labels, welches die Rechte an den verwendeten Aufnahmen hat, eingeholt werden.

Sample – Das Verwenden von Teilen eines Werkes

Ein Sample ist ein Teil eines bereits vorhandenen Musikstückes, welcher in ein anderes Musikstück eingebaut wird. Dabei spielt es erstmal keine Rolle, ob das Sample eine Sekunde oder mehrere Minuten lang ist. Die Rechte an der verwendeten Tonaufnahme des Original-Werkes liegen beim Label. Wenn das Sample mehrere Sekunden lang ist und Textzeilen oder Melodien erkennbar sind, wird zusätzlich zur Nutzungsgenehmigung des Labels auch die Erlaubnis der Urheber benötigt.

Cover – Die Neuaufnahme eines Werkes

Bei einer Cover-Version werden sowohl die Instrument- als auch die Gesangsaufnahmen eines bereits vorhandenen Musikstückes komplett neu eingespielt und aufgenommen. Da hierbei eine ganz neue Tonaufnahme entsteht, wird keine Zustimmung des ursprünglichen Labels benötigt. Wenn das Werk in Text und Melodie vollkommen unverändert bleibt, ist auch keine weitere Genehmigung der Urheber notwendig, sofern diese bei einer Verwertungsgesellschaft wie der GEMA angemeldet sind.

Beim Vertrieb von Tonträgern muss eine Cover-Version vor der Veröffentlichung bei der GEMA angemeldet werden. Dabei fallen auch Vorabgebühren für die physische Vervielfältigung an. Beim digitalen Musikvertrieb ist hingegen keine Anmeldung nötig und es fallen auch keine Vorabgebühren an, sofern Songwriter und Komponist korrekt und mit vollem Namen angegeben werden. Nur wenn die Urheber nicht bei der GEMA angemeldet sind, muss die Nutzungsgenehmigung direkt bei den Urhebern eingeholt werden.

TIPP! Über die GEMA-Datenbank lässt sich prüfen, wer die Urheber eines gemeldeten Musikstückes sind und welcher Musikverlag die Nutzungsrechte verwaltet.

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