Musik-Streaming verringert illegale Downloads

Musik-Streaming verringert illegale Downloads

Wir haben bereits mehrfach über Streaming-Dienste berichtet. Zahlreiche Experten aus der Musikindustrie begrüßen die neuen Geschäftsmodelle, die dem Online-Musikmarkt aktuell neues Leben einhauchen. Eine Studie aus Schweden bescheinigt jetzt, dass die steigende Nutzung von Streaming-Angeboten die Zahl der illegalen Downloads verringert.

Die schwedische Musikindustrie hat das Ergebnis einer langfristigen Umfrage bekannt gegeben. Demnach ist die Nutzung illegaler Musikangebote im Internet seit 2009 um 25% zurück gegangen. Als Hauptgrund für diesen Rückgang wird die steigende Nutzung von legalen Streaming-Diensten wie Spotify genannt.

Für die Studie wurden über 4.600 Nutzer im Alter von 15 bis 74 Jahren vierteljährlich befragt. Mehr als 40% der Befragten nutzen bereits einen Streaming-Dienst, wogegen nur 10% Musik-Downloads kaufen und 23% Musik illegal herunterladen. Als Grund für die Nutzung von Streaming-Angeboten wurden die Bandbreite der veröffentlichten Musik (40%), die Anzahl der verfügbaren Songs (30%), die einfache Bedienung und die günstigen Preise (jeweils 24%) genannt.

“The long-term trend is a sharp increase in legal streaming while we see a reduction in illegal file sharing and downloading [...] We encourage diversity of music services as it will provide better conditions for both those who create music and those who listen to it.”
Elizabet Widlund, CEO Music Sweden

In den skandinavischen Ländern ist Musik-Streaming bereits weit verbreitet. Seit der Markteinführung von Spotify gilt der Streaming-Anbieter als einer der Vorreiter am europäischen Musikmarkt. Spotify-Gründer Daniel Ek verkündete selbstbewusst: “Wir bringen die Leute wieder dazu, für Musik zu bezahlen.”

Allerdings steht Spotify schon länger in der Kritik, den Künstlern und Labels zu geringe Margen für das Streaming ihrer Musik auszuzahlen. Desweiteren hat der Service kürzlich sein kostenloses werbefinanziertes Angebot eingeschränkt und eine Kooperation mit Facebook angekündigt, die nun anläuft. Vor wenigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass die Nutzung von Spotify nur noch mit einem Facebook-Account möglich ist. Zahlreiche Nutzer haben sich daraufhin beschwert, da sie ihre Privatsphäre gefährdet sehen.

In Deutschland bieten derzeit unter anderem Simfy, Musicload und Napster Musik-Streaming an. Das Angebot von Spotify ist derzeit noch nicht am deutschen Markt verfügbar.

Quelle: TorrentFreak, ZDNet

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