ISRC, EAN, UPC, LC…. hää?

ISRC, EAN, UPC, LC.... hää?

Wer sich mit dem Vertrieb von Musik beschäftigt, stößt zwangsläufig auf eine Reihe von englischen Abkürzungen, die für verschiedene Identifikations-Codes stehen. Aber was bedeutet ISRC, EAN & Co. eigentlich und wofür werden sie verwendet? Wir haben die Antworten!

ISRC (International Standard Recording Code)

Der ISRC ist eine Titel-bezogene digitale Kennzeichnung, welche zur Identifizierung einzelner Aufnahmen dient. Er ermöglicht die eindeutige Zuordnung eines Tracks zu einem Label. Der ISRC wird vor Veröffentlichung in dem digitalen Subcode der CD oder der Song-Datei (MP3, AAC, OGG etc.) eingebaut.

Der ISRC besteht aus 12 Zeichen und ist wie folgt aufgebaut:
DE NL8 10 00001

  • DE = Ländercode, 2 Zeichen
  • NL8 = Erstvergabeschlüssel, 3 Zeichen
  • 10 = Jahr der Veröffentlichung, 2 Ziffern
  • 00001 = Aufnahmeschlüssel, 5 Ziffern (wird vom Label vergeben)

Der sogenannte “Erstvergabeschlüssel” wird von der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) vergeben und ordnet jede Aufnahme einem bestimmten Label zu. Die letzten fünf Ziffern bilden eine fortlaufende Zahl der veröffentlichten Aufnahmen eines Labels innerhalb eines Jahres.

Ein Album mit 12 Tracks benötigt 12 verschiedene ISRCs. Wird ein bereits veröffentlichter Song neu aufgenommen, bekommt er einen neuen ISRC. Wird dieselbe Aufnahme wiederveröffentlicht, z.B. auf einer Compilation, wird der bereits vorhandene ISRC verwendet.

Informationen zum ISRC auf Wikipedia.

EAN (European Article Number)

Die EAN ist eine Produkt-bezogene Kennzeichnung, welche zur Identifizierung einzelner Artikel dient. Sie kann als maschinenlesbarer Strichcode auf Verpackungen gedruckt und mithilfe von Barcode-Scannern oder Scanner-Kassen erfasst werden.

Die EAN besteht aus 8 oder 13 Ziffern und ist wie folgt aufgebaut:

EAN-13 Barcode-Beispiel

EAN-13 Barcode-Beispiel

  • 400 = Ländercode-Nummernkreis, 3 Ziffern
  • 1111 = Unternehmensnummer
  • 22222 = Artikelnummer, 3-5 Ziffern
  • 6 = Prüfziffer, 1 Ziffer (automatisch erstellt)

Die EAN wird in Deutschland durch die GS1-Gruppe verwaltet und gegen Lizenzgebühren an Hersteller vergeben. Die Musikindustrie verwendet EANs zur Kennzeichnung von digitalen Produkten (Singles oder Alben zum Download) und physikalischen Tonträger (LP, CD, DVD).

Ein Album mit 12 Tracks benötigt eine EAN (sofern kein UPC vorhanden ist). Eine Single oder EP ebenfalls. Die EAN kann sowohl digital als auch auf der CD-Cover-Rückseite grafisch eingebaut werden.

Informationen zur EAN auf Wikipedia.

UPC (Universal Product Code)

Der UPC ist genau wie die EAN eine Produkt-bezogene Kennzeichnung, welche zur Identifizierung einzelner Artikel dient. Er stellt eine Alternative zur EAN dar und wird hauptsächlich in Nordamerika verwendet. Der UPC kann als Strichcode auf Verpackungen gedruckt und mithilfe von Barcode-Scannern oder Scanner-Kassen erfasst werden.

In den USA und Kanada wird derzeit nur der UPC marktübergreifend akzeptiert. Wird dem UPC eine führende Null voran gestellt, ist er kompatibel zur EAN. Die entstandene Zahlenkette kann als gültige 13-stellige EAN verwendet werden. Aus diesem Grund verwenden viele global agierende Unternehmen den UPC.

Der UPC besteht aus 12 Ziffern und ist wie folgt aufgebaut:

UPC Barcode-Beispiel

UPC Barcode-Beispiel

  • 111111 = Label-Identifikationsnummer, 6 Ziffern
  • 22222 = Artikelnummer, 5 Ziffern
  • 6 = Prüfziffer, 1 Ziffer (automatisch erstellt)

Ein Album mit 12 Tracks benötigt einen UPC (sofern keine EAN vorhanden ist). Eine Single oder EP ebenfalls. Der UPC kann sowohl digital als auch auf der CD-Cover-Rückseite grafisch eingebaut werden.

Informationen zum UPC auf Wikipedia.

LC (Labelcode)

Der LC ist eine Label-bezogene Kennzeichnung auf Produkten, welche zur Identifizierung eines Labels dient. Im Gegensatz zu EAN und UPC dient er nicht der Verkaufskontrolle sondern in erster Linie zur Verwertung des Senderechts in Radio- und TV-Stationen. Wird das Produkt in Hörfunk- oder Fernsehsendung gespielt, kann die Sendeanstalt anhand des LC über die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) abrechnen. Diese schüttet dann die Vergütungen an das Label aus.

Der LC besteht aus 4-5 Ziffern und ist wie folgt aufgebaut:

Labelcode Beispiel

Labelcode Beispiel

  • LC = Labelcode-Kennzeichnung
  • 12345 = Label-Identifikationsnummer, 4-5 Ziffern

Die Label-Identifikationsnummer wird in Deutschland von der GVL vergeben. Die Vergabe erfolgt kostenlos nach Einsendung einer physikalischen Veröffentlichung (z.B. LP, CD, DVD).

Ein LC ist nicht zwingend notwendig. Ist aber abzusehen, dass ein Tonträger von Radio- oder TV-Stationen gespielt wird, sollte ein LC beantragt werden. Werden Produkte nicht auf Tonträgern sondern ‘digital only’ veröffentlicht, rechnen die meisten Rundfunkstationen über den ISRC ab.

Informationen zum LC auf Wikipedia.

Fazit

Für den Musikvertrieb werden ISRCs für alle Aufnahmen und EANs bzw. UPCs für alle Produkte benötigt. Dies gilt für sowohl für digitale als auch physikalische Veröffentlichungen. Die Verwendung eines LCs ist optional.

PS: YouTunez.com-Kunden erhalten alle benötigten ISRCs und EANs kostenlos.

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