Eminem: Millionen-Nachzahlung für Online-Musikvertrieb

Eminem: Millionen-Nachzahlung für Online-Musikvertrieb

Der oberste Gerichtshof in den USA bestätigte jetzt den bereits im Jahr 2007 eingereichten Schadensersatzanspruch der Firma F.B.T. Productions gegen das weltgrößte Major Label Universal Music Group. Das Urteil könnte der Produktionsfirma von Eminems Hit-Alben “The Marshall Mathers LP” und “Recovery” 40 bis 50 Mio. US-Dollar einbringen und darüber hinaus weitreichende Folgen für die Musikindustrie haben.

Urteil über die Beteiligungshöhe beim Digitalvertrieb

Die Musik-Produktionsfirma F.B.T. war 1998 beteiligt, als US-Rapper Eminem vor dem Boom digitaler Musik im Internet einen Vertrag mit Universal Music abschloss. In diesem Vertrag wurde eine Beteiligung in Höhe von 18% des Händlerabgabepreises (HAP) für Tonträger festgelegt. Denselben Betrag wollte Universal einige Jahre später auch für die vertraglich nicht festgelegten Einkünfte aus dem Download- und Klingelton-Absatz ansetzen.

Daraufhin klagte F.B.T. mit der Begründung, dass es sich bei digitaler Musik vielmehr um ein Lizenzgeschäft als um physikalische Tonträger handelt und forderte eine Beteiligung in Höhe von 50% des Nettoerlöses vom Online-Musikvertrieb. Das der Anspruch gerechtfertigt sei, stellte das Gericht bereits im September 2010 fest. Anfang dieser Woche wurde das Urteil im von Universal eingeleiteten Berufungsverfahren erneut bestätigt und ist somit rechtskräftig.

Über die genaue Höhe der Nachforderung müssen sich die Parteien nun in einem weiteren Verfahren einigen. Anderenfalls droht die Festlegung durch einen Richter bzw. eine Jury. F.B.T. erwarten nachträgliche Einkünfte von rund 40 bis 50 Mio. US-Dollar. Eminem selbst war zwar nicht am Verfahren beteiligt, dürfte davon aber im zweistelligen Millionen-Bereich finanziell profitieren.

Folgen für die Musikindustrie

Der Fall könnte weitreichende Folgen für die gesamte Musikindustrie haben. Denn zahlreiche Künstler mit älteren Verträgen, die keine gesonderte Beteiligung am Online-Musikvertrieb festlegen, können sich nun auf das Urteil berufen und Nachforderungen einreichen. Der finanzielle Schaden für die Major Labels könnte gigantische Ausmaße annehmen. Zahlreiche Künstler hingegen begrüßten das Urteil:

“Wir haben auf dieses Urteil gewartet [...] Viele andere (Künstler) sind in der gleichen Situation und haben jetzt die gleichen Chancen, ihre Verträge nachzuverhandeln. Das betrifft die gesamte Musikindustrie.”
Billy Wilson, Motown Alumni Association

Quelle: Detroit Free Press

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