Der deutsche Digitalmarkt im Detail

Der deutsche Digitalmarkt im Detail

Wenn wir heute von ‘digitaler Musik’ sprechen, beziehen wir uns meist auf Single- oder Album-Downloads auf einen Computer. Grundsätzlich ist das nicht falsch, denn schließlich decken Musik-Downloads auf den PC mittlerweile 74% des digitalen Musikmarkts in Deutschland ab. Aber was ist mit den übrigen 26%? Wir fassen Zahlen und Fakten zum deutschen Digitalmarkt zusammen.

Musik-Downloads auf PC weiter Erfolgsgarant!

Musik-Downloads werden in Deutschland immer beliebter. Single-Downloads konnten 2010 um 29,4% zulegen. Der Umsatz von Album-Downloads wuchs sogar um 37% gegenüber dem Vorjahr. Damit stellen digitale Alben 44% des Gesamtumsatzes am digitalen Musikmarkt, während der Anteil der Single-Downloads bei 30% liegt.

Mobiltelefon-Angebote schwächeln leicht…

Auch Downloads auf Mobiltelefone konnten zulegen. Der Umsatz mit Singles stieg um 21%. Trotzdem ist der Erfolg der Mobil-Downloads mit nur 3% Anteil am Gesamtmarkt eher bescheiden. Vor allem der Markt für Ringtones ist 2010 mit -42,7% regelrecht eingebrochen. Der Umsatz mit Klingeltönen ist mit  4% am Gesamtmarkt zwar um 2% gegenüber 2009 gesunken, liegt aber weiter knapp vor den Musik-Downloads auf Mobiltelefone.

Abomodelle auf dem Vormarsch?!

Zahlreichen Musikexperten zufolge, ist die Antwort auf die Frage nach der zukünftigen Form des digitalen Musikvertriebs eindeutig: Musik-Streaming. Immerhin konnten die Aboangebote 2010 um 29,2% zulegen, allerdings blieb der Anteil am Gesamtumsatz ‘nur’ stabil bei rund 7%, was vermutlich mit konkurrenzbedingten Kampfpreisen und günstigen Lockangeboten zusammmenhängt.

Die Vertriebsformen sind abgesteckt, kein Platz für Neues.

Der Umsatz mit werbefinanzierten Angeboten ging 2010 um ganze 18,6% zurück. Auch die sonstigen Einnahmen aus dem Digitalgeschäft sind mit einem Minus von 35,5% stark rückläufig. Dennoch sind die Umsätze aus alternativen Vertriebsformen insgesamt noch für 12% des digitalen Marktes verantwortlich.

Fazit – Download vs. Stream

Der Digitalmarkt wird weiter wachsen. Die Grenze zwischen Downloads auf PC und Mobiltelefon wird verschwinden und in einen Markt für digitale Downloads auf alle Multimediageräte verschmelzen. Apple hat diese Fusion mit dem kürzlich angekündigten ‘iCloud’-Service bereits angekündigt. So sollen Musik-Downloads ohne Zusatzkosten auf sämtlichen Apple-Geräten verfügbar sein. Weitere Anbieter werden diesem Beispiel wahrscheinlich folgen.

Dem gegenüber steht die steigende Beliebtheit von Musik-Streaming als Vertriebsform. Derzeit beherrschen Napster, Musicload und Simfy den deutschen Streaming-Markt. Für 2011 wird ein Boom der Streaming-Dienste erwartet. Wann und ob auch der europäische Marktführer Spotify in Deutschland startet, ist aber noch ungewiss.

Es bleibt spannend…


Quelle: Bundesverband Musikindustrie

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